DSVGO: Mehr Arbeit für Datenschützer

Working business team
Rear view of coworkers discussing various diagrams at business meeting

Ob Friseure, Ärzte, Handwerker, Geschäftsinhaber oder Betreiber von Vereins-Webseiten: Sie alle müssen sich mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung befassen. Die Datenschutzbehörden der Länder müssen in diesen Tagen viel Beratungsarbeit leisten. 

Einen guten Monat nach dem Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung haben die Datenschutzbehörden in Bremen und Hannover viel zu tun. “Wir spüren einen deutlichen Anstieg des Beratungsbedarfs und der Anfragen”, sagte Johannes Pepping, Sprecher der niedersächsischen Datenschutzbeauftragten. Das verdeutlicht ein Blick auf die Zahlen. Im ersten Quartal gab es 1300 Beschwerden und Anfragen, im zweiten Quartal waren es bis Ende vergangener Woche rund 3700. Auch die Bremer Datenschützer merken ein starkes Informationsinteresse seit einigen Wochen.

Anfragen müssen zur Bearbeitung zeitlich aufgeteilt werden

“Anfang Mai hat es geknallt, weil da viele aufgewacht sind, die vorher noch nicht aufgewacht waren”, sagte Landesdatenschutzbeauftragte Imke Sommer. Die Anfragen kämen aus den verschiedensten Bereichen, besonders aus dem Bereich Gesundheit mit Nachfragen aus Arztpraxen, von kleinen Unternehmen, von Schulen und Betreibern von Internetseiten, sagte Pepping. Die Leute wollen demzufolge wissen, wie sie sich angesichts der neuen Datenschutzverordnung verhalten sollen.

Arztpraxen informieren sich zum Beispiel darüber, wie sie ihre Patienten über die Datenverarbeitung informieren müssen. Betreiber von Webseiten wollen wissen, in welcher Form sie Cookies einsetzen dürfen oder wie sie ihre Datenschutzerklärung formulieren müssen. “Kleine Betriebe und Vereine möchten herausfinden, ob sie jetzt einen Datenschutzbeauftragten benennen müssen”, sagte Pepping.

Die telefonischen Anfragen seien so zahlreich, dass sie nur noch am Vormittag möglich seien, damit die Mitarbeiter am Nachmittag schriftliche Anfragen beantworten können. “Sonst würden sie in manchen Bereichen nur noch am Telefon hängen”, sagte Pepping.

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