Home Office Pflicht (COVID 19 Update)

Home Office Pflicht (COVID 19 Update)

Welche zusätzlichen Maßnahmen müssen Sie beachten, um den Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu gewährleisten

Nur wenn das Ansteckungsrisiko am Arbeitsplatz verringert wird, lässt sich ein harter wirtschaftlicher Shutdown vermeiden. Das Infektionsgeschehen ist trotz der in vielen Lebensbereichen bereits einschneidenden Kontaktreduzierung unvermindert hoch. Daher braucht es insbesondere am Arbeitsplatz zusätzliche Maßnahmen, um den Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu gewährleisten und um Betriebe weiter offen halten zu können.

Wichtig ist der wirksame Schutz am Arbeitsplatz. Es geht um Arbeitsschutz für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Homeoffice für alle, die ihre Aufgaben auch zuhause erfüllen können, ist ein Baustein, denn wer im Homeoffice arbeitet, schützt damit auch die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb. Genauso muss aber auch die Arbeit im Betrieb sicher sein für diejenigen, die ihren Arbeitsplatz nicht nach Hause verlegen können.

 Was gilt in Betrieben jetzt schon:

  • Es gelten die derzeitigen Arbeitsschutzregelungen fort:
  • Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 m zu anderen Personen; Tragen von Mund-Nasen-Schutz, wo dies nicht möglich ist.
  • In Kantinen und Pausenräumen muss ebenfalls der Mindestabstand von 1,5 m eingehalten werden.
  • Arbeitgeber müssen Flüssigseife und Handtuchspender in Sanitärräumen bereitstellen.
  • Regelmäßiges Lüften muss gewährleistet sein.

Das gilt neu – zunächst befristet bis zum 15. März 2021:

  • Arbeitgeber sind verpflichtet, Homeoffice anzubieten. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten das Angebot annehmen, soweit sie können.
  • Es gelten strengere betriebliche Arbeitsschutzregelungen für Abstände und Mund-Nasen-Schutz:
  • Müssen Räume von mehreren Personen gleichzeitig genutzt werden, müssen pro Person 10 m² zur Verfügung stehen.
  • In Betrieben ab 10 Beschäftigten müssen diese in möglichst kleine, feste Arbeitsgruppen eingeteilt werden.
  • Arbeitgeber müssen mindestens medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung stellen.

Unternehmen müssen Homeoffice anbieten

In der Verordnung zum Homeoffice heißt es, Arbeitgeber hätten Beschäftigten im Falle von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstünden. In den Erläuterungen zur Verordnung spricht das Ministerium von einer „Pflicht“, Homeoffice anzubieten, „soweit dies nach den betrieblichen Gegebenheiten möglich ist“.

Beschäftigte müssen Angebot aber nicht annehmen

Für die Beschäftigten besteht dagegen keine Verpflichtung zur Annahme eines Homeoffice-Angebots. Durch die neue Verordnung sollen auch jene geschützt werden, die nicht im Homeoffice arbeiten können. Mehr Homeoffice führe dazu, dass weniger Menschen den öffentlichen Nahverkehr nutzten. „Davon haben auch die etwas, die nicht im Homeoffice arbeiten können und mit Bus und Bahn zur Arbeit pendeln“, so Heil. In den Betrieben müssten die Arbeitgeber darauf achten, dass „Kontakte am Arbeitsplatz so weit wie möglich reduziert werden“

Was macht man als Arbeitnehmer, wenn nach ihrer Einschätzung Homeoffice möglich ist, aber der Arbeitgeber sagt, es sei nicht möglich? An wen können sich Beschäftigte wenden, wenn sie sich bei der Arbeit nicht ausreichend geschützt sehen?

Wenn ein Arbeitgeber Homeoffice verweigert, obwohl es möglich wäre, können Beschäftigten sich zunächst an ihre betriebliche Interessenvertretung (Betriebs- oder Personalrat) wenden. Sie können auch ihr Beschwerderecht nach §17 Arbeitsschutzgesetz nutzen. Hilft der Arbeitgeber einer Beschwerde nicht ab, können sich die Beschäftigten an die zuständige Arbeitsschutzbehörde oder ihre Unfallversicherung wenden. Die Behörde bzw. der Unfallversicherungsträger können dann vom Arbeitgeber verlangen, dass er die Gründe für seine Weigerung darlegt und ggf. Konsequenzen ergreifen

Was wenn Homeoffice theoretisch möglich ist, aber die technische Ausstattung fehlt? Muss der Arbeitgeber dann die Beschäftigten mit Laptops etc. ausstatten?

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber auch bei der Arbeit im Homeoffice für die Bereitstellung sicherer Arbeitsmittel zu sorgen. Er hat die Arbeitsbedingungen im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu bewerten und entsprechende Schutzmaßnahmen zu treffen. Hierbei ist auch die notwendige Ausstattung des Arbeitsplatzes im heimischen Bereich des Beschäftigten zu bestimmen. Die Bereitstellung von Arbeitsmitteln kann auch durch den Beschäftigten erfolgen. Hierzu bietet sich an, entsprechende Regelungen im Rahmen einer betrieblichen Vereinbarung zu treffen, unter welchen Bedingungen Arbeitsmittel durch die Beschäftigten zur Verfügung gestellt werden können.

Wie lange muss ich im Homeoffice arbeiten?

Es sollte eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten bzgl. der Tätigkeit im Homeoffice getroffen werden. Die Erreichbarkeit während der Arbeitszeit aber auch die Nicht-Erreichbarkeit nach Ende der vertraglich geregelten Arbeitszeit sollte darin geregelt werden.

Zudem gilt auch bei Arbeit im Homeoffice das Arbeitszeitgesetz und die Regelungen zu Höchstarbeitszeiten und Mindestruhezeiten sind zu beachten

Es sollte aber auch der Datenschutz beim Homeoffice nicht vergessen werden!!!

Leider verstoßen viele Unternehmen beim Homeoffice gegen den Datenschutz. Das Kernproblem besteht darin, dass häufig keine vollständige Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen erfolgt. Meist liegt das Hauptaugenmerk auf der Funktionalität der IT-Infrastruktur, jedoch nicht unbedingt auf dem Umgang mit personenbezogenen Daten. Da solche Daten nun oft außerhalb des Büros verarbeitet werden, sind die Risiken im Datenschutz gestiegen.

Es gibt zu Beispiel Unternehmen, in denen die Mitarbeiter personenbezogenen Daten mit ihren privaten Laptops verarbeiten. Das ist nicht grundsätzlich ein Verstoß gegen die DSGVO, aber eine solche Lösung bedarf eine gezielte Absicherung. Insgesamt muss ich mehr mit den DSGVO relevanten Themen auseinandergesetzt werden. Genauso darf der technische Aspekt nicht aus dem Auge verloren werden. Hier gibt es eine ganze Menge an Möglichkeiten, die getroffen werden können. Angefangen mit einer Passwortrichtlinie bis hin zur Einrichtung von verschlüsselten Verbindungen mittels VPN.

Wenn Sie Fragen hierzu haben, zögern Sie bitte nicht sich an uns zu wenden. Gerne stehen wir Ihnen bei diesen Themen mit Rat und Tat zur Seite.

Mit freundlichen Grüßen

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