Homeoffice in der Corona-Pandemie

Diese Kosten können Sie steuerlich absetzen

Zum Schutz der Mitarbeiter und um ein Infektionsrisiko im Betrieb möglichst gering zu halten, haben viele Unternehmen ihre Belegschaft oder zumindest Teile davon ins Homeoffice geschickt. Doch wann ist Homeoffice erlaubt und welche Kosten lassen sich dabei steuerlich absetzen?

Grundsätzlich hat ein Arbeit­neh­mer nur dann Anspruch auf Arbeit im Homeof­fice, wenn dies ver­trag­lich gere­gelt ist. Auch wenn ein Arbeit­neh­mer befürch­tet, sich im Betrieb des Arbeit­ge­bers mit dem Coro­na­vi­rus anzu­ste­cken, besteht kein Anspruch dar­auf, die Arbeits­leis­tung im Homeof­fice zu erbrin­gen. Allerdings muss der Arbeit­ge­ber im Rah­men sei­ner arbeitsrechtlichen Für­sor­gepf­licht ent­schei­den, ob er dem Arbeit­neh­mer diese Mög­lich­keit anbie­tet.

Dabei wird regel­mä­ßig ent­schei­dend sein, wie hoch das Anste­ckungs­ri­siko im kon­k­re­ten Fall ist, ob im Betrieb keine geeig­ne­ten Schutz­maß­nah­men getrof­fen wer­den kön­nen und in wel­cher gesund­heit­li­chen Ver­fas­sung sich der Arbeit­neh­mer ohne­hin befin­det. Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer kön­nen sich immer eini­gen und so (auch befris­tet) Home­of­fice ver­ein­ba­ren. Vor­aus­set­zung wird jedoch sein, dass der hei­mi­sche Arbeits­platz so ausgestattet ist, dass der Arbeitnehmer von dort aus der Arbeitspf­licht nachkommen kann.

Was lässt sich steuerlich absetzen?

Mitarbeiter können Kosten für das Homeoffice unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend machen. Wird ein Mit­ar­bei­ter durch den Arbeit­ge­ber ange­wie­sen, nicht mehr in dem zur Ver­fü­gung ste­hen­den Büro im Betrieb des Arbeit­ge­bers, son­dern aus­sch­ließ­lich von sei­nem Homeoffice aus zu arbei­ten, kann der Mit­ar­bei­ter die Kos­ten des Homeoffice steu­er­lich als Wer­bungs­kos­ten gel­tend machen.

Der Wer­bungs­kos­ten­ab­zug ist auf jähr­lich 1.250 Euro gede­ckelt. Die­ser Höchst­be­trag kommt auch bei nicht ganz­jäh­ri­ger Nut­zung des Homeoffice zur Anwen­dung.

Dafür erfor­der­lich ist aller­dings, dass das Homeoffice als häus­li­ches Arbeits­zim­mer qua­li­fi­ziert ist. Es muss sich dabei um einen abge­sch­los­se­nen Raum han­deln, der aus­sch­ließ­lich beziehungsweise ganz über­wie­gend für die beruf­li­che Tätig­keit genutzt wird. Eine ledig­lich als Büro ein­ge­rich­tete Arbeits­e­cke in einem ander­wei­tig genutz­ten Raum wird hin­ge­gen steu­er­lich nicht als häus­li­ches Arbeits­zim­mer aner­kannt.

Einrichtungsgegenstände können geltend gemacht werden

Als Kos­ten des häus­li­chen Arbeits­zim­mers kom­men insbesondere die antei­li­gen Miet- und Miet­ne­ben­kos­ten beziehungsweise im Falle eines Eigen­heims die antei­li­gen Gebäu­de­kos­ten (inklusive Absch­rei­bung) in Betracht. Zusätz­lich kön­nen noch Kos­ten für Ein­rich­tungs­ge­gen­stände, wie Sch­reib­tisch und Stuhl, gel­tend gemacht wer­den.Tech­ni­sche Geräte, wie zum Beispiel Computer, dürf­ten regel­mä­ßig durch den Arbeit­ge­ber ges­tellt wer­den.

Im Fall der Anschaf­fung für die aus­sch­ließ­li­che beruf­li­che Nut­zung kön­nen auch die dabei anfal­len­den Kos­ten sog­leich berück­sich­tigt wer­den, sofern diese nicht 800 Euro zuzüglich Umsatz­steuer, somit 952 Euro, über­s­tei­gen, andern­falls ist das Wirt­schafts­gut über die Nut­zungs­dauer abzu­sch­rei­ben. Wei­ter kön­nen die durch die Tätig­keit im Homeoffice anfal­len­den Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­kos­ten ohne Ein­zel­nach­weis pau­schal mit 20 Prozent des Rech­nungs­be­trags, maxi­mal 20 Euro monat­lich, als Wer­bungs­kos­ten berück­sich­tigt wer­den.

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