Wettbewerbsfähigkeit von EU-Dienstleistern

Wettbewerbsfähigkeit von EU-Dienstleistern

Statement zu den Folgen des Schrems II Urteils

Vielen ist vermutlich gar nicht bewusst, dass sie schon beim Einsatz der allzeit bekannten Produkte wie z.B. Microsoft Office und Plattformen wie Microsoft Teams, aber auch bei Newsletter Tools oder Videokonferenzsystemen durchaus und vielleicht unbewusst personenbezogene Daten in die USA transferieren. Leider gibt es kaum Alternativen in Europa. Aber wir brauchen in der EU Alternativen zu den bekannten Produkten wie z.B. Office 365, SharePoint, MS Teams, Vimeo, etc. damit produktiv gearbeitet werden kann, statt „herumzubasteln“.  

Die einzig richtig positive Alternative, die im Bereich Kalender, Groupsharing und vor allem verlässliche E-Mails (statt Ticketsystem) zu finden, ist mailbox.org. Ein großartiges Unternehmen aus Berlin mit Top-Support für Business-Kunden. Und danach hört es aber auch leider schon ganz schnell auf.  

So ist es auch schwierig eine Alternative für einen Newsletter-Provider wie Mailchimp, oder Active Campaign zu finden. Leider ist die Qualität oder die vermeintlich „ach-so-tolle“ DSGVO-Konformität europäischer Dienstleister ein schlechter Witz. Häufig findet man hier nur nicht zeitgemäße mangelnde Sicherheitsfeatures, schlecht funktionierende Schnittstellen und altmodische Editoren-Technik. Um das Problem zu umgehen und z.B. Anbieter wie „Mailchimp“ – trotz EuGH-Urteil nutzen zu können, gibt es allerdings Lösungen, z.B. die Nutzung doppelter Einwilligung.

Bei Webinaranbietern gibt es sicher ein paar brauchbare für kleinere Webinare, wie Clickmeeting. Die überzeugen nicht – aus anderen Gründen.  

Die Alternativen, die bleiben, sind alle US-basiert: Microsoft Teams, Webex, GoToWebinar und Zoom. Trotz aller Kritik, mit Zoom lässt sich der Umzug eines Accounts ins Rechenzentrum nach Frankfurt a.M. regeln. Eine Übermittlung von Daten von Meeting-, oder Webinarteilnehmenden in ein Drittland findet dann nicht mehr statt.

Was uns im Bereich Webinar und vor allem Newsletter-Services in der EU gesehen bekannt ist, ist z.T. erschreckend schlecht und macht den Einsatz derzeitiger EU-Dienstleister nahezu unmöglich und es fehlen Schnittstellen zu anderen Services. Ein Großteil des Webs besteht heute aus WordPress-Seiten. Wieso gibt es kaum Software aus der EU, die richtig gut mit den gängigen WordPress-Tools und deren Plugins funktioniert? Es bringt nichts, wenn man ein Unternehmen beauftragen kann, die Schnittstelle zu bauen, damit sie dann beim nächsten WordPress-Update nicht mehr funktioniert.  

Nächster Punkt IT-Sicherheit:
Wir fragen uns: Wieso fehlen bei vielen EU-Dienstleistern die bei US-Anbietern schon lange gängigen Verfahren zu 2-Faktor-Authentifizierung? Die Dokumentation der getroffenen IT-Sicherheitsmaßnahmen macht sehr häufig keinen guten Eindruck. Das „Schrems II“-Urteil sollte ein Weckruf für die deutsche IT-Industrie sein. Jetzt wäre die Chance, EU-Kunden „einzusammeln“. Nur müssen die Leistungen dafür zumindest ansatzweise wettbewerbsfähig sein. Das sind sie aber bis auf ein paar Ausnahmen offenbar leider nicht. Das ist schade. Das Potenzial sollte eigentlich da sein.

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